TINA RUFF DESIGN

Derzeit steht unsere gemeinsame Limited Edition für euch bereit. Tina und ich haben uns 2015 bei der Arbeit kennengelernt. Ich bewundere an Tina seit jeher ihre inspirierende Art, ihren Elan sowie die Professionalität, mit dem sie ihr Jungunternehmen voranreibt und zähle selbst seit Beginn zu Tinas Stammkundschaft. Es war deshalb nur eine Frage der Zeit, bis eine Kollaboration zwischen uns entsteht. Im Interview erzählt sie mehr über die Entstehungsgeschichte ihres Labels, spricht über Inspirationen und erklärt, wo sie ihre eigenen Stärken und Schwächen sieht.

Erzähl doch kurz etwas zu dir und deinem Label. Was zeichnet dich und deine Arbeit aus?

 

Ich würde mich selbst als leidenschaftliche und begeisterungsfähige Person beschreiben. Die Arbeit mit meinem Label erfüllt mich sehr, denn so kann ich mich kreativ ausleben. Meine Produkte zeichnen sich durch einen sportlich-eleganten Stil aus. Ich entwickle mein Label ständig weiter, auch dank meinem begleitenden Studium in Fashiondesign HFP. Es ist ein Findungsprozess, der teilweise auch anstrengend und langwierig ist. So habe ich etwa mein Logo seit der Gründung schon dreimal geändert (lacht). Langsam bin ich aber dort angekommen, wo ich hinmöchte. Ich will künstlerisch tätig sein und hochwertige, innovative Accessoires und Kleidung in Kleinserien produzieren. Kollaborationen mit anderen Labels sehe ich dabei als ein zukunftsweisendes Geschäftsmodell.

 

Was hat dich dazu bewegt, diesen Weg zu gehen und ein eigenes Unternehmen zu gründen?

 

Ich bin ursprünglich gelernte Schneiderin. Während meines Studiums zur Pflegefachfrau – welches ich später nicht weiterverfolgt habe – gründete ich mein Label. Das war 2017. Ich habe das Kreative vermisst und deshalb in der Freizeit viel genäht. Angefangen hat es mit Fliegen, die ich im Freundeskreis verschenkt und verkauft habe. Die sind so gut angekommen, dass ich mich dazu entschieden habe, eine Webseite mit Onlineshop aufzuziehen. So kam alles ins Rollen. Die Gründung eines eigenen Labels bringt viel Arbeit mit sich. Mir war es immer wichtig, dass wenn ich mich dazu entscheide, ein eigenes Label zu gründen, dann möchte ich es richtig machen. Ich bin eine Perfektionistin. So stosse ich hin und wieder auch an meine Grenzen. Die ursprüngliche Idee mit Gründung des Labels und Aufziehen des Onlineshops sofort Geld verdienen zu können, war natürlich ein Trugschluss (lacht). Die anfänglichen Investitionen in mein Unternehmen waren weitaus grösser.

 

Was ist dein bisher meistverkauftes Produkt respektive Modell?

 

Früher habe ich vor allem Fliegen verkauft. Zu Beginn hiess mein Label auch noch ‘Handmade Bowties’. Ich habe aber schnell gemerkt, dass mich das zu stark einschränkt. Deshalb habe ich den Namen auf ‘Tina Ruff Design’ geändert. Mit Beginn der zweiten Covid-Welle habe ich mich dazu entschieden, Gesichtsmasken zu nähen. Die schwarzweisse Karo-Maske ist mein meistverkauftes Produkt. Wobei mit der Lancierung der Maskenbänder und Aufträgen zu Sonderanfertigungen ist mittlerweile wohl das Maskenband mein Verkaufsschlager geworden.

 

Welche Tätigkeit machst du weniger gerne, gehört aber halt zum selbstständigen Unternehmertum dazu?

 

Buchhaltung finde ich ganz schlimm (lacht). Und das Vermarkten der Produkte sowie das Texten fallen mir nicht so leicht, das würde ich gerne abgeben. Es ist nicht so, dass ich diese Dinge per se nicht gerne mache. Aber ich merke immer wieder, dass mir die nötige Erfahrung dazu fehlt. Deswegen macht es mir nicht so Spass. Meine Stärke liegt definitiv im Handwerklichen. Im Tun. Ich habe viele Ideen und habe schnell konkrete Vorstellungen vom Endprodukt und kann dann gezielt darauf hinarbeiten. Zudem fällt mir alles Grafische sehr leicht. Also alles, was mit dem Design zu tun hat: von der Webseite bis hin zu Verpackungen.

 

Woher holst du dir deine Inspiration?

 

Ich habe unterschiedliche Herangehensweisen. Bei vorgegebenen Themen wie aktuell im Studium, schaue ich zuerst den Stoff an. Je nach Material, Optik und Haptik kommen mir verschiedene Ideen. Diese schliessen oftmals, an andere Ideen an, die ich bereits mit mir rumtrage. Meine Inspiration hole ich mir an verschiedenen Orten, etwa in der Natur, beim Lesen oder in Filmen. Sehr inspirierend für mich ist es, mich mit anderen Kreativen auszutauschen, die auch ein Label haben und Drive haben und mich mitziehen. Im Austausch mit diesen Menschen zu sein, erweitert meinen Horizont. Deshalb ist es mir auch ein Anliegen, mich vermehrt auf Kollaborationen einzulassen und nicht nur für mich allein zu arbeiten.

 

Hast du einen Tipp für andere, die noch ganz am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen? Was würdest du rückblickend anders machen?

 

Es gibt wahrscheinlich paar Dinge, die ich rückblickend ganz anders angehen würde. Aber ich sehe das so: Es ist gut so, wie ich es gemacht habe. Das hat mich an den Punkt gebracht, an dem ich heute stehe. Zu Beginn ein gutes Konzept zu haben, ist sicherlich lohnend. Aber es lässt sich nicht alles im Voraus planen. Es ist ein ständiger Prozess, ein learning by doing. Mein Weg war eine wichtige Erfahrung für mich. Im gesamten Prozess und auch auf den Umwegen habe ich viel gelernt. Das Wertvollste für mich ist und bleibt aber mein Umfeld. Deshalb mein Tipp an andere: Umgib dich mit Menschen, die Vorbilder für dich sind. Die an dich und deine Ideen glauben und dich auf deinem Weg begleiten möchten. Die dir immer wieder Anstoss zu Neuem geben und so auch zu Coaches werden. Und: konzentriere dich auf einzelne Projekte. Versuche nicht, zu vieles gleichzeitig anzugehen. Darunter leidet am Ende die Qualität, die Bilanz und auch deine Nerven.

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